1788

Als ein Mann von beträchtlichem Ruf, hoch angesehen bei seinen Handelspartnern und anderen Händlern, sei er der einzige würdige Kandidat, die Ansichten der ehrbaren Sklavenhändler in London zu vertreten. Und so schickte die Stadt Liverpool den Schiffseigner und Sklavenhändler James Penny in die Hauptstadt. James Penny, der an Afrikas Küsten Menschen auf Schiffe verlud und… Weiterlesen 1788

1813

Über Breslau wurde es dunkelhell, als die bösen Geister der Nacht und des Albtraumes sich auf der Brust eines wohlmeinenden Professors niederließen und ihm verführerische Worte ins Ohr einflüsterten. Auf dem von zwei Kerzen beleuchteten Tisch lag zwischen aufgeschlagenen Büchern und weinfleckigen Schreibbögen die „Schlesische privilegierte Zeitung“, überstreut von Tabakkrümeln und mit Datum vom 20.… Weiterlesen 1813

1896

Vieles flüsterten die beiden bösen Geister der Nacht und des Albtraumes in den kommenden Jahren den Menschen ein: Hetzschriften, Zeitungsartikel, Romane, Schimpfworte, Hass und Missgunst, Neid und Zorn und Angst, gedichtet und geschwollen, sachlich und verbindlich und zuweilen als Verordnung, Erlass oder Verfügung. So auch eines Tages dem großen Reichskanzler des Deutschen Volkes, genannt Chlodwig… Weiterlesen 1896

1914

I Martha Langholz war neun Jahre alt, intelligent und klarsichtig und ein „sperriges Kind“, wie ihre Mutter sich ausdrückte. Sie war zierlich, ihre alabasterfarbene Haut war dünn und elegant und ließ feine, zartrote Adern durchschimmern, sie hatte volle Lippen und eine gerade Nase, deren Nasenflügel jedoch in einem leichten Bogen hochgezogen waren, so dass man… Weiterlesen 1914

1923

I In der späteren Familiengeschichte der Matteis wird ein Bild immer wieder auftauchen, in Alben oder vergrößert und gerahmt an Wänden, eine Fotografie Karl Matteis als Ziegelträger vor einem gleichmäßig schwarzen Hintergrund. Irgendein Reporter hatte es gemacht, sein Name ist in der Familie nicht überliefert worden. Karl steht gerade, mit breiten Schultern, hat die rechte… Weiterlesen 1923

1931

„Ein Familienausflug. Nach München, ei, wie fein.“ So sprudelte es wieder und wieder aus dem entzückenden Mund Wilhelmines, der jüngsten Tochter von Carl Gustav Glockner und seiner Gattin Petronella. „Auf nach München, Kanaken und Menschenfresser schauen. Ach, das wird gruselig.“ Denn das war der Plan: Man wollte nach München fahren und sich dort mit Petronellas… Weiterlesen 1931

In der Zeit brennender Regenwälder

Heute bin ich wie immer gegen sieben Uhr aufgestanden, habe zwei Stunden geschrieben und dazu eine Tasse Tee getrunken. Ich habe die letzten Absätze einer Geschichte über einen absonderlichen Menschen mit dem drolligen Namen Strand geschrieben. Ab jetzt habe ich eine Schreibpause, weil ich im Augenblick außer diffusen Gedanken keine Idee für eine andere Geschichte… Weiterlesen In der Zeit brennender Regenwälder